Im Devlog #15 habe ich den Analysis Explorer vorgestellt. Heute geht es um das, was ihn im Alltag wirklich nutzbar macht: die Analyse-Bibliothek, gespeicherte Ansichten und die Verknüpfung mit den bestehenden Dashboards.
Eine Bibliothek statt verstreuter Seiten
Wer den Explorer öffnet, findet oben einen Link zur Bibliothek unter /statistics/analysis/library. Dort liegen derzeit über 38 vordefinierte System-Ansichten, von einfachen Verteilungen wie Geschlecht oder Dringlichkeit über Wochentags-Heatmaps bis zu klinischen Indikatoren wie Reanimation, Schock oder Beatmung. Jede Ansicht ist ein Ausgangspunkt: Man öffnet sie, sieht sofort ein sinnvolles Ergebnis und kann im Explorer weiter anpassen, filtern oder unter neuem Namen speichern.
Die Bibliothek ist in drei Bereiche gegliedert. Unter Übersicht findet man alle System-Ansichten, filterbar nach Kategorie und durchsuchbar. Favoriten sammelt die Ansichten, die man häufig braucht. Unter Meine Ansichten liegen die persönlich gespeicherten Konfigurationen, die nur für den jeweiligen Nutzer sichtbar sind.
System-Ansichten sind für alle lesbar, aber nicht überschreibbar. Wer eine System-Ansicht anpassen will, nutzt „Speichern unter" und legt eine eigene Variante an. So bleibt die Vorlage für alle erhalten, während man experimentieren kann, ohne anderen etwas wegzunehmen.
Weniger doppelte Charts im Overview
Eine Erkenntnis aus den letzten Wochen: Viele Charts auf dem Overview-Dashboard und in den Indikationsprofilen waren im Grunde dieselben Auswertungen wie in der früheren Analytics-Bibliothek, nur separat implementiert. Altersverteilung, Geschlechterverteilung, Wochentags-Heatmap, klinische Merkmale, das alles existierte zweimal.
Mit der neuen Bibliothek ändere ich das schrittweise. Wo eine passende System-Ansicht existiert, verlinkt das Overview-Dashboard jetzt direkt in den Explorer. Wer auf der Startseite eine Verteilung interessanter findet als im kompakten Widget, klickt sich in die vollständige Analyse, mit allen Filter- und Export-Möglichkeiten. Die Executive-KPIs, Klinik-Insights und bewegte Durchschnitte auf der Overview bleiben bewusst auf dem Dashboard. Der Explorer ersetzt nicht alles, sondern vor allem die explorativen Aufschlüsselungen, die sich ohnehin wiederholen.
Auch klinische Indikatoren wie Reanimation oder Schock, die bisher nur als Fortschrittsbalken auf der Overview erschienen, haben jetzt eigene Explorer-Ansichten mit Prevalence-Rate und optionaler zweiter Dimension.
Verteilungen und Klinikdaten
Nicht jede Frage läuft auf „Wie viele?" hinaus. Für Transportzeiten und Klinik-Kennzahlen wie Bettenzahlen unterstützt der Explorer Verteilungsprofile als Boxplots. Man sieht nicht nur den Median, sondern die Streuung: Minimum, Quartile, Maximum. Für Klinikdaten gibt es eine eigene Datenquelle mit Vergleichsmodus, etwa alle teilnehmenden Kliniken nebeneinander, aufgeschlüsselt nach Standort, Größe oder Versorgungsstufe. Das ergänzt die bisherigen Dashboards sinnvoll. Die Overview zeigt den Überblick, der Explorer liefert die Vertiefung.
Export und Weitergabe
Ergebnistabellen lassen sich serverseitig als CSV herunterladen, mit den Rohwerten aus der Abfrage. Charts exportiert der Browser als PNG, inklusive Achsenbeschriftungen. Das reicht für Berichte und Präsentationen, auch wenn noch kein formaler Sharing-Workflow existiert.
Was als Nächstes kommt
Die Bibliothek wächst weiter. Fehlende Dimensionen, etwa Transportzeit-Buckets auf der Overview, kommen als neue System-Ansichten dazu, sobald die zugrunde liegende Dimension im Explorer verfügbar ist. Langfristig plane ich auch, mehr Dashboard-Charts durch Bibliotheks-Links zu ersetzen, ohne die Executive-Zusammenfassung anzutasten. Wenn euch Ansichten fehlen oder eine System-Ansicht fachlich nicht passt, sagt Bescheid. Die Bibliothek lebt davon, dass sie aus der Praxis heraus wächst.